Terminalfenster aufräumen
Nach der Eingabe mehrerer Befehle wird das Terminalfenster unübersichtlich. Prompts, Eingaben und Ausgaben der Befehle kommen direkt nacheinander, ohne erkennbare Struktur. Das macht es für das Auge schwer, die Informationen zu erfassen. Wie wäre es, auf Tastendruck das Terminalfenster zu löschen und den Prompt in der ersten Zeile zu positionieren?
Genau dieses macht die Tastenkombination Ctrl-l (Buchstabe l wie in linux oder lustig). Das geht auch mitten im Tippen eines Befehls, die Eingabe bleibt erhalten. Und auch der bisherige Terminalinhalt ist nicht verloren, er ist weiterhin im Zeilenpuffer des Terminals vorhanden.
Technische Informationen
Der Buchstabe l ist der zwölfte des Alphabets, Ctrl-l sendet also das Steuerzeichen 12 (dezimal 12, hex 0c). Das ist das ASCII-Steuerzeichen für Form Feed ↡(siehe man 7 ascii), also Seitenvorschub. Damit wird Druckern mit Endlospapier der Befehl gegeben, so viele Zeilen weiterzuschalten, bis unter dem Druckkopf die erste Zeile der nächsten Seite steht. Und genau dieses Verhalten wird im Terminal nachgebildet. Das Drücken von Ctrl-l füllt das Terminalfenster mit Leerzeilen, bis keine bisherigen Ausgaben mehr zu sehen sind. Dann wird die Eingabezeile ganz oben im Terminalfenster positioniert. Im Zeilenpuffer, wenn du mit dem Scrollbalken oder Mausrad nach oben scrollst, sind also keine, einige oder etliche Leerzeilen zu sehen, je nachdem, wie voll das Terminalfenster vorher war.
Bei Einzelblatt-Druckern wird das aktuelle Blatt sofort ausgeworfen.
Weiteres
Kommandozeilenprogramme, die einen Eingabeprompt zur Verfügung stellen und die readline-Bibliothek einbinden, stellen diese Funktionalität auch zur Verfügung. Dazu zählen z. B. sqlite3, mariadb und der GNU-Debugger gdb.
Für andere Programme kann Ctrl-l einen Neuaufbau der aktuellen Seite bedeuten, so z. B. in Editoren wie vim und nano, oder im Pager less.